Black Friday 2026 Checkliste für Shopify Shops: 25 Punkte, die du jetzt prüfen solltest
Von Alexander Julian Victor·
Zuletzt aktualisiert am
Alle Jahre wieder! Mit dieser Black Friday Checkliste machst du deinen Shopify Shop fit für die umsatzstärksten Tage des Jahres.
Am Black Friday kommen bei den meisten Shops in wenigen Tagen mehr Besucher als sonst in einem ganzen Monat. Erst einmal gute Neuigkeiten. Blöd ist nur, dass jede Schwäche deines Shops genau an diesen Tagen ein Vielfaches teurer wird. Wenn Reibung in der Customer Journey für Drop-offs sorgt, verlierst du nicht nur ein paar wenige Käufer, sondern hunderte.
Ich prüfe seit Jahren Customer Journeys, Produktseiten, Warenkörbe und Checkouts, früher als Verantwortlicher für die Storefront bei Shopware, heute in echten Shops meiner Kunden. Aus diesen Prüfungen sind die Open E-Commerce Guidelines entstanden, ein offener Standard für gute Shops. Diese Liste ist die Kurzfassung davon, zugeschnitten auf Black Friday.
Du kannst alle Punkte selbst prüfen und brauchst mich nicht zwangsweise dafür. Plane dafür ein bis zwei Stunden ein, am besten mit dem Handy in der Hand. Die meisten deiner Kunden kaufen dort.
1. Name, Preis und Kaufbutton sind auf dem Handy sofort sichtbar. Öffne eine deiner wichtigsten Produktseiten auf dem Handy. Welche Informationen siehst du, ohne zu scrollen? Wenn die Antwort „eine Navigation Bar und ein halbes Produktbild“ ist, solltest du die Struktur deiner Detail Page überdenken. Prüfe, welche Informationen konkret sichtbar sind: Siehst du ohne zu scrollen, was das Produkt ist, was es kostet und wo du kaufen kannst? In vielen Shops, die ich prüfe, fehlt mindestens eins davon im ersten Viewport. Meist schiebt das Produktbild oder ein Banner den gesamten Content nach unten.
2. Der Rabatt ist auf einen Blick klar. Alter Preis durchgestrichen, neuer Preis daneben, die Ersparnis in Euro oder Prozent. Wichtig: In der EU muss sich ein Streichpreis auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage beziehen. Wer kurz vorher die Preise anhebt, um dann einen großen Rabatt zu zeigen, riskiert Ärger. Erklär kurz, worauf sich der Rabatt bezieht, zum Beispiel „Niedrigster Preis der letzten 30 Tage: 89 €“. Das schafft Vertrauen und erfüllt gleichzeitig die Pflicht.
3. Die Lieferzeit bis Weihnachten steht auf der Produktseite. Viele kaufen am Black Friday schon Geschenke. Sie wollen wissen, ob das Paket rechtzeitig ankommt, und zwar bevor sie in den Warenkorb gehen, nicht erst im Checkout. Nenn ein klares letztes Bestelldatum für die Lieferung vor Weihnachten, gut sichtbar im Shop. Und rechne Puffer ein: Paketdienste brauchen im November und Dezember oft länger als sonst.
4. Lagerbestand und Varianten stimmen. Nichts ist frustrierender, als eine Größe auszuwählen und erst im Warenkorb zu erfahren, dass sie ausverkauft ist. Ausverkaufte Varianten sollten klar markiert sein. Falls es ein Zeitfenster gibt, in dem sich der Kunde bei einem Black-Friday-Angebot entscheiden muss, gehört auch das hierher.
5. Die Bilder laden auch mobil schnell. Große Produktbilder sind schön, aber nicht, wenn sie im Mobilfunknetz fünf Sekunden brauchen. Das kannst du im Browser einfach mit gedrosseltem Internet in den Dev Tools testen.
6. Die wichtigsten Kaufbedenken sind beantwortet. Was fragen dich Kunden immer wieder per Mail oder Chat? Größe, Material, Passform, Pflege? Diese Antworten gehören auf die Produktseite, nah an den Kaufbutton.
7. Rabattcodes funktionieren wirklich. Teste sie selbst, auch zusammen mit automatischen Rabatten oder Gratisversand ab einem bestimmten Betrag. Rabatt-Apps und Shopify-Rabatte vertragen sich nicht immer.
8. Die Summe ist sofort verständlich. Was kostet alles zusammen, inklusive Versand? Wenn Kunden rechnen müssen, brechen sie ab.
9. Menge und Preis pro Artikel sind gut lesbar. Auch wenn jemand zehn Stück bestellt, muss die Zahl vollständig sichtbar sein.
10. Zwischen Warenkorb und Kasse steht nichts im Weg. Pop-ups, Upsell-Fenster oder Newsletter-Abfragen an dieser Stelle kosten Käufe. Gerade am Black Friday wollen Kunden schnell durch.
11. Deine Kunden finden ihre Zahlungsart. PayPal, Klarna, Apple Pay und Kreditkarte sind in Deutschland Standard. In der Schweiz kommt TWINT dazu. Fehlt die gewohnte Zahlungsart, kaufen viele woanders.
12. Gastbestellung ist möglich. Niemand will am Black Friday ein Konto anlegen.
13. Versandkosten tauchen nicht erst am Ende auf. Unerwartete Kosten im letzten Schritt sind einer der häufigsten Gründe für Kaufabbrüche.
14. Du hast eine echte Testbestellung gemacht. Auf dem Handy, mit Rabattcode, bis zur Bestätigungsmail. Das dauert wenige Minuten und deckt oft erstaunlich viel auf.
15. Unnötige Apps sind entfernt. Jede App, die du mal ausprobiert und vergessen hast, kann deinen Shop langsamer machen. Jetzt ist ein guter Moment zum Aufräumen.
16. Rückgabe und Umtausch sind leicht zu finden. Besonders bei Geschenken wollen Kunden wissen, ob sie umtauschen können. Viele Shops verlängern die Rückgabefrist für Käufe ab Black Friday bis Mitte Januar. Wenn du das machst, schreib es deutlich dazu.
17. Bewertungen sind auf der Produktseite sichtbar. Echte Bewertungen nah am Kaufbutton geben Sicherheit.
18. Du bist erreichbar. Falls am Black Friday etwas klemmt, sollten Kunden dich schnell erreichen können, per Chat, Mail oder Telefon.
19. Du hast deine aktuelle Conversion Rate notiert. Schreib dir jetzt auf, wie viel Prozent deiner Besucher kaufen. Nur so weißt du nach dem Black Friday, wie sich der Traffic im Vergleich zum Rest des Jahres verhält.
20. Käufe kommen im Tracking an. Prüf, ob deine Testbestellung in Shopify Analytics und in deinen Werbekonten auftaucht. Sonst optimierst du deine Kampagnen am Black Friday blind.
21. Dein Theme ist gesichert. Dupliziere dein Theme in Shopify, bevor du Änderungen für Black Friday machst. Und leg einen Stichtag fest, ab dem nichts mehr geändert wird, am besten eine Woche vorher. Viele Pannen entstehen durch schnelle Änderungen in letzter Minute.
22. Die Rabattregeln stehen fest. Kann man Codes kombinieren? Gilt der Rabatt auch auf bereits reduzierte Ware oder auf Gutscheine? Entscheide das vorher und schreib es so in den Shop, dass niemand raten muss.
23. Anzeige und Zielseite passen zusammen. Wer auf eine Anzeige für reduzierte Jacken klickt, sollte direkt bei den reduzierten Jacken landen, nicht auf der Startseite. Klick jede Kampagne einmal selbst durch.
24. Der Support ist vorbereitet. Schreib Antworten auf die häufigsten Fragen vorher: Lieferzeit, Rückgabe, Rabattcode, Bestellstatus. Dann kannst du am Black-Friday-Wochenende schnell reagieren, auch wenn viel los ist.
25. Newsletter-Anmeldungen sind sauber. Wer vor Black Friday neue Abonnenten sammelt, braucht in Deutschland ein Double Opt-in, also eine Bestätigung per Mail. Prüf, ob deine Anmeldung das richtig macht, bevor du dafür wirbst.
Wie bereite ich meinen Shopify Shop auf Black Friday vor?
Fang mit dem an, was Käufer direkt sehen: die Produktseite auf dem Handy, den Warenkorb und den Checkout. Teste deine Rabattcodes mit einer echten Testbestellung. Kläre Lieferzeiten und Rückgabe, und sichere dein Theme, bevor du etwas änderst. Die 25 Punkte oben führen dich Schritt für Schritt durch.
Wann sollte ich mit der Vorbereitung anfangen?
Am besten Mitte Oktober. Größere Änderungen sollten spätestens zwei Wochen vor Black Friday live sein, in der letzten Woche wird nur noch getestet. Black Friday ist 2026 am 27. November.
Was ist am wichtigsten, wenn die Zeit knapp ist?
Drei Dinge: Name, Preis und Kaufbutton müssen auf dem Handy sofort sichtbar sein (Punkt 1). Deine Rabattcodes müssen funktionieren (Punkt 7). Und eine echte Testbestellung auf dem Handy deckt in wenigen Minuten erstaunlich viel auf (Punkt 14).
Sollte ich mit Countdowns und Knappheitshinweisen arbeiten?
Nur, wenn sie stimmen. Ein Countdown, der nach Ablauf einfach neu startet, oder ein „Nur noch 2 Stück“, das immer da steht, kostet Vertrauen. In der EU kann künstliche Knappheit außerdem als irreführende Werbung gelten. Ein echtes Enddatum für dein Angebot ist dagegen völlig in Ordnung.
Du willst nicht selbst durch die Liste gehen, oder du willst wissen, was dich darüber hinaus Umsatz kostet? Ich prüfe deinen Shop vor Black Friday und sage dir, was du zuerst ändern solltest. Bis zum 31.10.2026 nehme ich noch 6 Shops an.
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